Leseempfehlung: Geschichtchen und Minutennovellen

Prosaminiaturen 2

Helwig Brunner: Gummibärchenkampagne. Minutennovellen (Literaturverlag Droschl, 2020)
Bastian Schneider: Paris im Titel. Geschichtchen (Sonderzahl Verlag, 2020)


Mit einem vielseitigen Journal der Bilder und Einbildungen (2017), essayistischen und autobiographischen Reflexionen, Betrachtungen zu den Naturwissenschaften und zur bildenden Kunst überraschte Helwig Brunner zuletzt. Davor war der Grazer Autor lange Jahre vorwiegend als Lyriker tätig gewesen. Nun folgt wiederum ein Prosaband, einer aber, der sich in stark verdichteter Form ganz auf das Erzählen konzentriert. Die Gattung der Minutennovellen hat Brunner (wie auch im Klappentext ausgewiesen) dabei von István Örkény entlehnt. Der ungarische Autor schrieb in den 1950er und 60er Jahren über vierhundert ebenso bezeichnete Miniaturen, Terézia Mora hat eine Auswahl davon ins Deutsche übersetzt.          

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Während Örkénys Texte von Formenvielfalt gekennzeichnet sind – neben klassischen Kurzprosatexten finden sich etwa auch reine Dialogtexte, Listengedichte, graphische Spielereien oder eine „Leere Seite“ in dem bei Suhrkamp erschienenen Sammelband – ist Brunners Gummibärchenkampagne sehr einheitlich gestaltet: in Erzählduktus und Ton, in der Titelgebung (jeweils ein Substantiv), im jeweils wechselnden Figurenpersonal ist eine klare Linie erkennbar, eine konzeptionelle Strenge, die aber von der inhaltlichen Leichtigkeit, dem Humor der Texte und ihrer Themenvielfalt kontrastiert wird: Frühstücksrituale; Schlafprobleme; Tippfehler; Einkaufszwang; Ehekrisen; Voyeurismus; das Verfallsdatum auf Marmeladegläsern; die Zusammenhänge von Misanthropie, Marxismus und fehlender Schönheit – die über einhundert kurzen Texte sind abwechslungsreich und durchwegs aus dem Alltag gegriffen. Ein Zug zum Grotesken ist vielen der Prosaminiaturen gemeinsam, ein absurder Dreh, wobei aber der Boden des realistischen Erzählens (anders als bei Örkény) nur selten verlassen wird. Sehr präzise im Ausdruck arbeitet sich der Autor an gesellschaftlicher „Normalität“ ab, und zeigt, wie sich auch aus dem scheinbar Banalen heraus überraschende Einsichten gewinnen lassen – oder bitterböse Pointen, die auch in einem Unfall oder Selbstmord oder beidem zugleich gipfeln können, gut gelaunt wie in einem Monty-Python-Sketch.

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Paul Pechmann über Gerhard Rühm

Am 6. Februar 2020 stellte Gerhard Rühm in der Alten Schmiede sein jüngstes Buch hero liest grillparzer / leander lernt schwimmen. eine klassische liebesgeschichte // kuchen und prothesen. zwei dutzend kurzprosatexte vor: In diesem Nebeneinander von Zitaten und Illustrationen eines Schwimmkurses aus dem Fin de Siècle auf der einen Seite und Stellen aus Grillparzers Des Meeres und der Liebe Wellen auf der anderen setzt Rühm die sich anbahnende Liebesgeschichte einer Novizin und eines jungen Klosterbesuchers auf amüsant vermittelte Weise in Szene. Die 24 Prosatstücke kuchen und prothesen stammen je zur Hälfte aus den 1950er Jahren sowie aus der aktuellen Produktion Gerhard Rühms und sind ebenfalls geprägt vom Anliegen des Autors, literarische Darstellungsklischees zu durchbrechen. Paul Pechmann hat die Lesung moderiert und anlässlich des Abends folgenden Text über Gerhard Rühms Buch verfasst.


Gerhard Rühms zuletzt im Ritter Verlag erschienenes Buch hero liest grillparzer / leander lernt schwimmen. eine klassische liebesgeschichte // kuchen und prothesen. zwei dutzend kurzprosatexte besteht aus zwei Teilen, von denen jeder einzelne eine abgeschlossene Einheit bildet, die aber auch gerade in der Synopse in einem Band poetisch-poetologische Verbindungslinien über die Jahrzehnte hinweg erkennen lassen. Trotz der zeitlichen Distanz der Arbeiten manifestiert sich in beiden Gruppen der Kurzprosatexte derselbe experimentierfreudige Impuls. Schon Anfang der 50er Jahre war die Richtung für Gerhard Rühms ästhetische Positionierung entschieden: Prosa war wie andere Gattungen ein Gebiet, das für avancierte Sprachkunst auf der Höhe der Zeit (in Bezug auf literarische, sprachphilosophische Traditionen und mediale Umgebungen) neu zu erkunden war, und eben nicht eine gleichsam ,vorgegebeneʻ Form, wie v.a. jene des Romans oder der Erzählung, die mit unterschiedlichen (historisch bedeutsamen, politisch brisanten, subjektiv berührenden oder was auch immer für) Themen und Stoffen ,wie selbstverständlichʻ zu befüllen war. Und als ,selbstverständlichʻ erschien dem Autor freilich auch die Trennung von Texten in Gattungen wie Prosa, Lyrik, Drama nicht. Als Konstante galt und gilt für Rühm vielmehr die Skepsis gegenüber jeglichem Gestaltungsklischee, und schon früh manifestieren sich grundlegende Vorbehalte gegenüber eingespielten (auch literarischen) Verwendungsweisen des Mediums Sprache. Früh entwickelte Rühm – in der Rezeption klassischer Avantgarden und im Austausch mit Kollegen (der Wiener Gruppe) – einen materialbezogenen Begriff von Literatur, womit ein wesentlicher Grundzug von Rühms dichterischer, mittlerweile sieben Jahrzehnte umspannender Produktion benannt wäre.

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Corona-Lesung mit Udo Kawasser

In den Wochen, in denen die Veranstaltungen der Alten Schmiede nicht stattfinden können, bringen wir einige Lesungen mit Gespräch aus unserem Literatuprogramm online zu Ihnen nach Hause – in einer gemeinsamen Initiative mit den Büchereien Wien, der Österreichischen Gesellschaft für Literatur und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels.
Zu Gast ist Udo Kawasser, er liest aus seinem letzten Band Ried (Sonderzahl) und spricht mit Johannes Tröndle.

Die Aufnahmen fanden in der Alten Schmiede statt. Alle Anweisungen der Behörden in Bezug auf Sicherheitsabstände und Hygiene wurden eingehalten.

Leseempfehlung: Als das Ried ins Ried geriet

Prosaminiaturen 1
Udo Kawasser. Ried (Sonderzahl, 2019)


Schilfland, Röhricht, Sumpfgebiet – als Bezeichnung für eine Landschaftsform ist ‚Ried‘ vor allem ganz im Westen Österreichs gebräuchlich. Ebendort, im Lauteracher Ried, unweit des Bodensees, ist Udo Kawasser aufgewachsen. Als Autor von Lyrik- und Prosabänden pendelt er – auch im Schreiben – zwischen Vorarlberg und seiner Wahlheimat Wien. Das Mühlwasser in der Donaustadt (Unterm Faulbaum, 2016) bzw. die Bregenzer Ache (Ache, 2018) dienten ihm zuletzt als Schauplätze und Schreiborte für tagebuchartige Aufzeichnungen, autobiographische Reflexionen, Gedichte, poetische Wahrnehmungsprotokolle. Auch mit dem dritten und – vorläufig? – letzten Band Ried bleibt der Autor seinem Element, dem Wasser, verbunden, führt seine Trilogie jedoch zu einem überraschend unorthodoxen Abschluss.

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Zeitschriften-Empfehlung: kolik spezial: #WasKannLiteratur

Obwohl die Galerie der Literaturzeitschriften momentan geschlossen hat, möchten wir Sie weiterhin über Neuerscheinungen im Bereich der Literatur- und Kulturzeitschriften informieren: heute über die aktuelle kolik spezial zum Thema #WasKannLiteratur, in der sich AkteurInnen aus unterschiedlichen Bereichen der Literaturproduktion mit den vielschichtigen Funktionen und Wirkungsweisen literarischer Texte befassen. Lena Brandauer hat die Ausgabe rezensiert:

Als „überaus einfach anmutende, in ihrem inneren Kern jedoch äußerst komplexe Frage“, bezeichnet der Autor Marko Dinić die Themenstellung der vorliegenden kolik spezial. Die Ausgabe ist das Ergebnis eines mehrjährigen Projekts, initiiert vom freien Zusammenschluss österreichischer Literaturhäuser mitSprache, an dem auch die Alte Schmiede beteiligt ist. Es begreift Literaturhäuser als „Begegnungszonen“, in denen die drei Ebenen des literarischen Prozesses aufeinandertreffen: AutorIn, Text und LeserIn. Deshalb wurde die titelgebende Frage in dem dreistufigen Projekt an „möglichst viele Menschen, im Zentrum wie am Rand des Literaturbetriebs“ gerichtet, wie die HerausgeberInnen im Editorial schreiben: Auf in den Literaturhäusern aufliegenden Postkarten und dem blog www.mit-sprache.net konnten LeserInnen Antworten auf die Frage formulieren, was Literatur und Lesen für sie bedeute. Einige davon können in der aktuellen kolik spezial nachgelesen werden. Anschließend fanden in den teilnehmenden Literaturhäusern Aktionstage statt, bei denen unterschiedliche Wirkungsbereiche von Literatur diskutiert wurden, und abschließend bat man AutorInnen, WissenschaftlerInnen und LiteraturkritikerInnen um Essays zum Thema. Daraus ist ein breites Spektrum an Beiträgen hervorgegangen, die dem privaten, ebenso wie dem gesellschaftlichen und politischen Wirkungspotenzial von Literatur nachspüren.

Lesen will gelernt sein! Die unterschiedlichen Schichten literarischer Texte „erschließen sich nicht von selbst. Sie zu erkennen und zu dechiffrieren ist ein intellektueller, analytischer und zugleich kreativer Akt“, schreibt Veronika Schuchter in ihrem Beitrag. Sie diagnostiziert drei wichtige Funktionen von Literatur: Sie lässt uns in fremde Geschichten eintauchen, sie regt dazu an, uns selbst zu reflektieren und sie fördert narrative Empathie. Diese ist die Fähigkeit, sich in andere Perspektiven einzufühlen – auch in solche, die nicht den eigenen moralischen Vorstellungen oder den gesellschaftlichen Konventionen entsprechen, in welchen man sich bewegt.
Tatsächlich, stellt Sabine Scholl am Beispiel des Geschlechterverhältnisses fest, werden gesellschaftliche Muster in vielen literarischen Werken aber nicht durchbrochen, sondern unhinterfragt reproduziert: „Es ist wie bei dem bekannten Video, in dem die Zuseher aufgefordert werden, die Körbe von zwei Basketballmannschaften zu zählen. Während sie sich auf die fliegenden Bälle konzentrieren, übersehen sie den als Gorilla verkleideten Menschen, der sich übers Spielfeld und zwischen den Spielern bewegt. Eine Wahrnehmungsstörung. Der Gorilla wird erst sichtbar, nachdem die Zuseherinnen und Zuseher darauf aufmerksam gemacht wurden.“ Umso wichtiger ist eine Literatur, die die LeserInnen aus ihrer Komfortzone hervorlockt und sie zum „Widerstand gegen Bestehendes und Himmelschreiendes“ auffordert, so Evelyne Polt-Heinzl.

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Literatur und Hilflosigkeit. Der Hammer Nr. 108

Schreiben gegen Hilflosigkeit, Schreiben als Ermächtigungsinstrument, das ist für die beide Autorinnen, deren Essays Sie in diesem Hammer finden, zumindest einer der Gründe für ihre schriftstellerische Tätigkeit. „Schreiben heißt für mich überleben“, heißt es etwa bei Margit Schreiner.

Über die möglichen Gründe für das Lesen von Literatur stellt der Schriftsteller und Literaturtheoretiker Kenneth Burke (1897–1993) fest: „Dichtung wird tatsächlich zum Zwecke des Wohlbefindens des Lesers geschrieben […]. Man widmet sich ihr, weil man sie als Lebenshilfe nimmt, als einen rituellen Schutz gegen Hilflosigkeit und Gefährdung.“ Lesen Sie, um sich gegen Hilflosigkeit und Gefährdung zu schützen? Und wie sieht es mit SchriftstellerInnen aus, also jenen, denen wir die Existenz von Literatur überhaupt zu verdanken haben – schreiben sie, um sich selbst zu schützen, gegen Hilflosigkeit und Gefährdung? „Hilflosigkeit bringt mich zum Schreiben“, reflektiert jedenfalls auch Sabine Scholl.

Bedeutet das, die wichtigste Funktion von Literatur liege im Trostspenden? Und welche Rolle spielt dabei das kritische Potenzial, das wir an guter Literatur oft schätzen, noch? Diesen und ähnlichen Fragen widmen sich zwei Veranstaltungen, an denen die beiden Autorinnen mitwirken, in Wien und Salzburg: Die Alte Schmiede und das Literaturforum Leselampe haben Margit Schreiner und, auf deren Anregung hin, Gertraud Klemm und Sabine Scholl eingeladen, Texte zum Thema Literatur und Hilflosigkeit zu verfassen und diese gemeinsam zu diskutieren. Die Diskussionsabende – geplant für Ende März 2020 – werden nun nachgeholt: Am 6. Oktober diskutieren Margit Schreiner und Gertraud Klemm in der Alten Schmiede, am 13. Oktober Margit Schreiner und Sabine Scholl im Literaturforum Leselampe. Vorab können Sie Gertraud Klemms Essay im Hammer-Blog der Alten Schmiede lesen; die Texte von Margit Schreiner und Sabine Scholl finden Sie in diesem Hammer. Sie können darin vom Freiraum einer Bibliothek, von der Nähstube als Schrein der Hilflosigkeit und der Flucht vor einem Mammut lesen.

Johanna Öttl

(Quelle: Kenneth Burke: Dichtung als symbolische Handlung. Eine Theorie der Literatur. Suhrkamp 1966.)

// Der Hammer 108 als PDF

Corona-Lesung mit Mieze Medusa

In den Wochen, in denen die Veranstaltungen der Alten Schmiede nicht stattfinden können, bringen wir einige Lesungen mit Gespräch aus unserem Literatuprogramm online zu Ihnen nach Hause – in einer gemeinsamen Initiative mit den Büchereien Wien, der Österreichischen Gesellschaft für Literatur und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels.
Zu Gast ist Mieze Medusa. Sie spricht mit Johanna Öttl über HipHop, Spoken Word und das Rote Wien.

Die Aufnahmen fanden in der Alten Schmiede statt. Alle Anweisungen der Behörden in Bezug auf Sicherheitsabstände und Hygiene wurden eingehalten.

Corona-Lesung mit Lucas Cejpek

In den Wochen, in denen die Veranstaltungen der Alten Schmiede nicht stattfinden können, bringen wir einige Lesungen mit Gespräch aus unserem Literatuprogramm online zu Ihnen nach Hause – in einer gemeinsamen Initiative mit den Büchereien Wien, der Österreichischen Gesellschaft für Literatur und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels.
Zu Gast ist Lucas Cejpek, er liest aus seinem letzten Roman Umkreisung (Sonderzahl) und spricht mit Johannes Tröndle.

Die Aufnahmen fanden in der Alten Schmiede statt. Alle Anweisungen der Behörden in Bezug auf Sicherheitsabstände und Hygiene wurden eingehalten.

Leseempfehlung: manuskripte 227

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der manuskripte war am 30.4.2020 eine Veranstaltung mit der Zeitschrift in der Alten Schmiede geplant – mit Lesungen der AutorInnen Laura Freudenthaler, Sarah Kuratle, Hanno Millesi und Angelika Reitzer sowie einem ausführlichen Gespräch zwischen Lena Brandauer und dem Herausgeber Andreas Unterweger. Wir holen die Veranstaltung am 9.11.2020 nach. In Vorausblick unternimmt Lena Brandauer einen Lektürestreifzug durch die aktuelle manuskripte-Nummer 227.



Sechzig Jahre ist es her, seit bei der Eröffnung des Grazer Forum Stadtpark am 4. November 1960 die erste damals noch hektographierte Ausgabe der Literaturzeitschrift manuskripte in Umlauf kam. Die Zeitschrift erschien mit dem Ziel, aktueller experimenteller und sprachkritischer Literatur eine Plattform zu bieten und veröffentlichte schon bald Texte zahlreicher international renommierter AutorInnen, von denen ihr viele bis heute verbunden sind. Die aktuelle Ausgabe Nr. 227, die das heurige Jubiläumsjahr einläutet, ist formal und inhaltlich vielfältig. Wie die Herausgeber Alfred Kolleritsch und Andreas Unterweger in der Marginalie schreiben, enthält sie 33 Beiträge „geschrieben von 19 Autorinnen und 13 Autoren aus zehn Ländern“, die, wie bei den manuskripten üblich, in die Sparten Prosa, Lyrik und Essay gegliedert sind. Den Auftakt macht Felix Philipp Ingolds Kritik an der AutorInnenzentriertheit im aktuellen Literaturbetrieb: „Was dieser Autor, was jene Autorin zu sagen hat, was also der Text an Bedeutung mit sich führt, ist durchweg dem vorgeordnet, wie es formal bewerkstelligt wird.“ Als Gedankenexperiment imaginiert Ingold eine literarische Saison, die nur von anonymen VerfasserInnen bestritten würde.
Darauf folgt Michael Donhausers Prosatext „Vier Bilder“, in dem sich der Autor mit Fotografien Natascha Auenhammers auseinandersetzt, deren Anblick den Flashback einer psychedelischen Erfahrung bei ihm auslöste. Dies hat, so Donhauser, „mit der Art der Fotos und nicht allein mit dem Abgebildeten zu tun“, da die Bildkompositionen der Fotografin das, was sie zeigen, eher paraphrasieren als deuten. „Es ist diese Enthaltsamkeit, die sowohl dem Halluzinierten wie der Fotografin hier zukommt, als Versagen bei ersterem, als Entsagen bei letzterer, indem sie nicht auf etwas hinzuweisen beabsichtigt.“

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Dichterloh: Klaus Merz

„Woher kommen Gedichte? Woher beziehen sie ihre Energie? Wohin wagen sie sich? Welche Mittel verwenden sie, und wie verwenden sie diese? Mit welchen Biographien, Zeiten, Gesellschaften und Kulturen treten sie in Beziehung? Welche Kritik formulieren sie und welche Utopien realisieren sie? Und was machen sie mit uns und mit unserer Sprache?“, so schreibt Michael Hammerschmid über das von ihm kuratierte Lyrikfestival Dichterloh. 20 DichterInnen aus zehn verschiedenen Ländern hätten zwischen 4. und 18. Mai 2020 Perspektiven auf diese und weitere Fragen eröffnet; das Lyrikfestival wird im Jänner 2021 nachgeholt, Gedichte der eingeladenen AutorInnen lesen Sie vorab hier: jeden Tag ein Gedicht von den AutorInnen, die am betreffenden Datum in der Alten Schmiede gelesen hätten.


29. Februar

Wenn du morgen
zurückkehrst, Liebste,
öffne ich dir
mit einer Schlüssel-
blume die Tür.

Klaus Merz: firma (Haymon, 2019), S. 74.

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Klaus Merz
firma
Haymon
136 Seiten

// Klaus Merz auf der Website des Verlags